THE MICRONAUT
// Elektro / Live (Leipzig)
micronaut

Ein Kegel ist spitz, und doch eine runde Sache. Ein Dreieck ist klar definiert, aber ohne dreidimensionalen Kontext aus der Luft gegriffen. Schaut man sich geometrische Formen genau an, vereinen sie oft scheinbar widersprüchliche Eigenschaften. Hört man sich die Produktionen von The Micronaut an, entsteht ein ähnlicher Eindruck: Schneidende Sägezahnwellen wogen in einem Ozean aus sanften Sinusimpulsen, gebrochene Beats treiben auf dem harmonischen Strom einer Melodie, rauschende Fragmente aus dem Eiscrusher rieseln wie ein digitaler Tropenregen durch die analoge Wärme der Arrangements.

2011 begann der Wahl-Leipziger als The Micronaut Musik zu machen und ist seit dem nicht mehr aufzuhalten. Zwar klassischer Produzent, ist Stefan Streck dennoch die Ausnahme von der Regel. Seine Alben sind von jeher konzeptartig angelegt und so ist auch „Forms“ ein energiegeladenes Gesamtkunstwerk aus 12 Tracks mit Songtiteln wie „Pyramid“, „Triangel“ oder „Prism“.

The Micronaut schreibt den Soundtrack für das Ende eines Lieblingsfilms, von dem man nicht möchte, dass er überhaupt endet. Er verbindet in seinen Songs die Mischung aus freudiger Aufbruchsstimmung mit der Nostalgie des Abschiedes. „Forms“ beschreibt den Moment, in dem du gegen Abend aus dem Fenster auf die Straßenlichter blickst und dir die Menschen wie emsige Ameisen vorkommen. Menschen, die alle einen Plan verfolgen, aber jeder ist nur für sich. Es ist dieser Moment, in dem du hoffst endlich den Mut zu haben auszubrechen; aus der Monotonie des Alltags, dem Gefühl und dem Gedanken nur ein Zahnrad im Getriebe des Lebens zu sein. „Forms“ handelt von genau diesen Momenten: kurz bevor es losgeht, kurz bevor es passiert; die verführerische Vorstellung allein und nicht deren Ausführung.

In den Kompositionen auf „Forms“ zieht ein Sturm auf, und epische Akustikwelten aus Electronica, IDM und Pop erschaffen einen erwartungsvollen Spannungszustand. Optimismus trifft auf Melancholie. Diese Schnittmengen und Spannungsfelder fängt Stefan Streck auch in seinen Livehows auf. Seinen Hang zum Tragischen verbindet er auf der Bühne mit Leidenschaft. Jede Show ist für Ihn ein Marathon, in dem er an seine persönlichen Grenzen geht.

So wandelt The Micronaut auf „Forms“ zwischen Momenten gedankenverlorener Energie und ekstatischer Erwartungsfreude. Was als einfaches Klangmuster beginnt, kann sich innerhalb weniger Takte in die euphorische Abfahrt einer korkenzieherförmigen Fassrolle verwandeln. Gleichförmig ist dabei nur eines, die durchweg mitschwingende Partytauglichkeit.

Nachdem das Album erschien folgten Shows in Indien, Georgien, Polen, Italien, Tschechien, Türkei, Schweiz, Holland und natürlich Deutschland.


PÖBEL MC
// Rap (Rostock)
pöbelmc

Es ist “Pöblos Rhetorico Erotica der Erste” formally known as Pöbel MC! Seine strammen Waden werden wohl lediglich von seinen noch strammeren Flows übertroffen und so ist es nur stringent, dass sein neues “Pöbel Sports Tape” auf sportlich-groovigen Trapbrettern daherkommt! Das 8 Track starke Tape liefert einen genauso innovativen wie unterhaltsamen Mix aus energetischen Beats und filigraner Wortgewalt, durch die der gebürtige Rostocker schon auf der Kollaboplatte “Soli-Inkasso” mit Abrissbruder Milli Dance von Waving The Guns und Releases wie “Backpfeife auf Dauerschleife” oder “Personality Trainer” brillierte. Thematisch gehen seine Texte dabei weit über bloße Selbstgenüsslichkeiten hinaus. Fast beiläufig verschmelzen saftige Battleschellen mit, mal lässig-heiteren mal scharfsinnigen, Analysen szeniger Spießigkeit, politischer Vewirrtheit oder sozialer Ungleicheit, stets eingebettet in eine progressive aber nicht moralisierenden Geisteshaltung. Live kann das “Pöbel Sports Tape” nur eines bedeuten: Abriss! Durch über 60 Liveshows, inklusive Moshpits & Bierduschen, in allen Ecken des Landes (und darüber hinaus) allein im vergangenen Jahr, hat sich der “MC Dienstleister in Sachen geistiger Versogung und rhetorischer Ermordung” als einer der besten Liverapper Deutschlands einen Namen gemacht. Die Ergänzung seines Sets um wummernde 808-Bässe und knusprige Breakdowns wird daran mit Sicherheit nichts ändern – im Gegenteil!


LYGO
// Punk (Bonn)
lygo

„Alles ist so egal, solange das Gefühl stimmt, solange es dich mitnimmt!“

Das Schlagzeug setzt ein, zwei Stimmen prallen aufeinander – eine Einladung zu besagtem Gefühl auf 34 Minuten und 36 Sekunden. Selbstzweifel und Ängste sind groß, zwischenmenschlich läuft es mittelmäßig, die Lebensentwürfe sind festgefahren und die gesellschaftlichen Verhältnisse ein Grund zur Wut. Doch wenn der Unmut zu groß gewesen wäre, hätte man sich gar nicht zusammengefunden, um solch ein Album zu schreiben. Der Glaube an die eigenen Möglichkeiten kann mit den Selbstzweifeln mithalten. Übrig bleibt ein sonderbarer Zwiespalt zwischen Resignation und Zuversicht.

Mit ihrem zweiten Album „Schwerkraft“ schreiben Lygo die Geschichte weiter, die sie mit „Sturzflug“ (2014) und der „Misere“ EP (2016) angefangen haben. Eigentlich hat alles schon ungefähr 2009 begonnen, als Jan Heidebrecht, Daniel Roesberg und Simon Meier im Jugendalter ein Schlagzeug gekauft und die Gründung einer Band beschlossen haben. Nach ein paar Jahren Bonn, Proberaum und Jugendzentrum stießen sie auf Nico Vetter, der ihre musikalischen Absichten so gut verstand, dass er schließlich alle Lygo-Platten produzieren sollte. Auf das Debütalbum wurde das Label Kidnap Music aus St. Wendel aufmerksam. Es folgten haufenweise Konzerte, Festivals, Support-Touren und die erste eigene „Winter überstanden Tour“ 2017.

Der Amboss auf dem Albumcover, gleichermaßen Symbol für die Schwere wie für das Schöpferische, hängt in der Schwebe. Lygo haben ihre Geschichte noch nicht zu Ende erzählt. Alles andere ist erstmal egal.


DER TANTE RENATE
// Elektro (Leipzig)
tanterenate

Mit krachenden Beats und ohne großes Hin-und-her-Überlegen- ballert Der Tante Renate eine sündige Auswahl an klaren Zappel-Oden aus den Boxen. Norman Kolodziej heißt er im richtigen Leben und veröffentlichte 4 Alben, die beim Hamburger Label Audiolith erschienen sind und 3 EPs. Auf Festivals wie dem Fusion, Juicy Beats und dem Eurosonic Festival ist er schon lange kein ungeschriebenes Blatt mehr. 2007 gründete er mit Kevin Hamann (ClickClickDecker) das Musikprojekt Bratze mit dem sie sogar eine Tour durch Russland antraten. 2014 verabschiedeten sie sich auch schon wieder mit einem frühzeitig ausverkauften Konzert. Heute lebt Norman Kolodziej in Leipzig und arbeitet als Tontechniker und Produzent in seinem Tonstudio.


KULTURKOLLEKTIV TRANSZENDÅNCE
// Techno (Leipzig)
transzendance

An dieser Stelle sollte eigentlich ein seriöser Pressetext stehen; doch bereits beim Schreiben hat der Autor die Idee verworfen und lieber die richtige Schreibweise seiner eigenen Crew gegoogelt, ein Markenbier mit Schnappverschluss geöffnet und den Punkt „Pressetext schreiben“ von der Plenum-Checkliste gestrichen. Trans-zen-dånce, drei Silben, (+/-) zehn Menschen und ein Punkt über dem „A“. Der Punkt sei wichtig, sorge für die richtige Aussprache und gebe dem Namen den ganz gewissen Funk. Jaja. Transzendånce versteht sich als Kollektiv, in dem es, neben der Liebe zur elektronischen Musik, vor allem um Detailverliebtheit und ein stimmiges Gesamtkonzept geht. Für ein paar Stunden nehmen wir euch mit an einen Ort, an dem wir gemeinsam auf Rechtschreibung scheißen, das Plenum verpennen und endlich mal wieder übertreiben können.


KONNY
// Kleinkunztpunk (Berlin)
konny

Konny ist kein Liedermacher, kein Singer- Songwriter…Konny ist Kleinkunztpunk. Seit 2004 steht er mit seiner Gitarre und seiner Quetsche auf Bühnen und Straßen und singt gegen den kapitalistischen Normalzustand an – ob in der U-Bahn, im besetzten Haus, aufm Wagenplatz oder in den eigenen 4 Wänden. Die rotzfreche Asphaltkultur ist seit 2010 so etwas wie sein musikalisches zu Hause und zusammen mit Freund_innen betreibt er das DIY-Label AbDafürRecords. Die Bands innerhalb dieser Netzwerke verbindet allerdings nicht nur Freundschaft, denn sie verstehen ihre Schaffen auch als musikalische Intervention gegen eine Gesellschaft, die immer weiter nach rechts rückt. Sie verstehen ihre Musik aber auch als Kampf für eine Welt mit Blaubeermuffins für Alle!


OAT
// Stonerpunk (Leipzig)
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LEIH NUSZ
// Ravepunk (Hannover)
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Leih Nusz mischt das eingefahrene Electro – Punk Geschäft auf. Statt hedonistischem Trash stehen bei ihm Tempo und Abwechslung auf der Agenda – quirliger Ravepunk mit E – Gitarre. Seine teils instrumentalen Stücke erinnern an die guten Zeiten mit Ta nte Renate und Granate Möller, seine Message steht an der Seite von Egotronic und Alles.Scheisze. Noch dieses Jahr werden seine ersten Releases bei Björn Pengs DIY – Label Nakam Rec. erwartet. Ihr dürft gespannt sein.


LAUDARE
// Violent Poetry (Leipzig)
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Laudare entzieht sich jeglicher Einordnung in klassische Musikgenres. Ihr Soundspektrum bewegt sich von spährisch-melancholisch hin zu harten düsteren und schnellen Klangmustern, mit einem gewaltvoll-poetischen Gesang, der sich irgendwo zwischen Postrock, Screamo und Black Metal bewegt.


INSEKT
// HC Punk (Leipzig)
insekt


HALBE KATZE
// Indie / Punk (Leipzig / Magdeburg)
halbekatze


CHIAMI
// Tech House / Deep House (Leipzig)
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CHRISAGE X HOXX
// Techno / Tech House (Leipzig)
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Korjål
// Tech House (Leipzig)
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